Casting zum Tod E-Book, Hörbuch, App 30-40 Seiten Screenshot Hörbuch Erhältlich über Amazon oder Audible Screenshot App Erhältlich über iTunes oder gain-up.de 1. Der Fall kommt Nein, nein, nein! Niemals würde er es mit dieser Frau aushalten. Äußerlich wirkte Gerd Markert ruhig, aber wenn man genau hinsah, erkannte man, wie er innerlich kochte. Jetzt kam er schon so früh, wie es die Gleitzeit erlaubte, aber bis Caro eintraf, konnte er doch nicht viel erledigen. Und wenn sie dann kam ... Irgendwas klapperte immer an Caro, die hohen Absätze ihrer Schuhe, ihre Fingernägel auf der Tastatur oder ihre viel zu vielen Armreife, die bei jeder Bewegung rasselten. Die Ohrenstöpsel, die Markert sich extra gekauft hatte, halfen auch nichts. Natürlich dämpften sie die Geräusche, aber unwillkürlich hörte man umso genauer hin. Außerdem rief dauernd jemand an oder er musste sich mit Caro abstimmen. Jedes Mal die Stöpsel raus und wieder reinzumachen war nervig. Markert nahm die Stöpsel raus und warf sie in eine Schublade. Halt!, bremste er sich. Jetzt werde ich auch schon so schlampig wie Caro.  Markert suchte die Stöpsel wieder aus der Schublade raus, legte sie sorgfältig in ihre Verpackung und erst dann zurück in die Schublade. Die Schublade stieß er dann doch heftiger zu als sonst üblich. Caro schien von alldem nichts mitzukriegen. Sie summte entspannt vor sich hin, klapperte auf ihrer Tastatur oder suchte etwas in den unergründlichen Tiefen ihrer Tasche. Markert wunderte sich, dass da überhaupt noch etwas drin war. Für das, was jetzt schon zwischen den Unterlagen und Akten auf Caros Schreibtisch verstreut herumlag, hätte Markert mindestens zwei Taschen benötigt. Wenn er dieses Chaos schon sah, ging ihm der Puls hoch. Kugelschreiber lagen bunt gemischt mit Lippenstiften und irgendwas für die Augen. Auf der Akte für einen Mordfall stand ein kleiner Schminkspiegel. Markert musste an sich halten, um nicht zu platzen. Als ob er damit auch auf Caros Schreibtisch Ordnung schaffen könnte, richtete er seine eigenen Stifte neu aus. Exakt parallel zur Schreibunterlage, erst den roten, dann den blauen und zuletzt den schwarzen. Nein, ich werde mich nicht herausekeln lassen, dachte er energisch. ICH bin der Leiter der Mordkommission I - und das schon seit vielen Jahren. Gut, Caro hatte vor Kurzem einen Fall gelöst, der ihm gar nicht als Fall aufgefallen war – aber die Zufriedenheit darüber war schnell verbraucht. Ein blindes Huhn fand eben auch mal ein Korn. Markert nahm sich vor zu überprüfen, warum Caro von Hamburg zu ihnen gekommen war. Aber erst Morgen. Jetzt war bald Feierabend. Wenigstens für ihn. Caro musste noch länger bleiben, weil sie immer so spät kam. Das Telefon klingelte. Markert nahm ab. Nach den ersten Sätzen verfinsterte sich sein Gesicht. Er machte sich einige Notizen. „Was ist los?“, fragte Caro, als Markert fertig war. „Du siehst so mitgenommen aus. Ist deine Mutter gestorben?“ „Wir haben einen Fall.“ „Ist doch super. Natürlich nicht der Mord, meine ich. Nur, dass wir jetzt was Richtiges zu tun haben.“ „Ich habe bald Feierabend“, sagte Markert mürrisch. „Nun erzähl mir bloß nicht, du wolltest gerade heute mit deiner Frau in die Oper. Das gibt es nur im Fernsehen, wenn man Mitleid mit den Kommissaren haben soll. Wir sind hier aber nicht im Fernsehen. Du wolltest sicher nur auf der Couch sitzen und irgendeinen langweiligen Film gucken.“ Das stimmte zwar, aber Markert hatte nicht vor, es Caro auf die Nase zu binden. „Woher willst du wissen, was ich abends mache?“, fragte er zurück. „Man sieht, dass du gerne sitzt.“ Dabei sah Caro bedeutungsvoll auf Markerts Bauch. Markert sah auch an sich herunter und verstand plötzlich, was Caro meinte. Dieses Thema musste jetzt nicht vertieft werden, fand Markert. „Wir müssen zum Fernsehen“, erklärte er. „Der Mord ist in einem Fernsehstudio passiert.“ „Wow, das wird ja immer besser“, schwärmte Caro. „Ich wollte schon immer mal ins Fernsehen.“ „Du kommst nicht ins Fernsehen“, korrigierte Markert. „Wir müssen nur einen Mord in einem Fernsehstudio untersuchen.“     Leseprobe Ein Klick aufs Bild bringt Sie direkt zu Amazon
Worum es geht Der zweite Fall von Caro Sievers. Es scheint alles eindeutig, als in einer Casting-Show einer der Juroren einen qualvollen Tod stirbt. Schließlich geschah der Mord vor laufender Kamera und das Motiv scheint sonnenklar. Auch im Fernsehstudio ermittelt Caro Sievers wieder auf ihre spezielle Art – und findet sich unversehens in der Reihe der Castingteilnehmerinnen wieder. Dumm nur, dass mit der Under-Cover-Ermittlung auch ein Auftritt vor laufenden Kameras verbunden ist.